Schatzkammern der Harmonie

Ein musikalisches Dreigestirn: Kremsir-Salzburg-Wien

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SCHATZKAMMERN DER HARMONIE

Ein musikalisches Dreigestirn:

Die musikalische Blütezeit der mährischen Stadt Kremsier (Kroměříž) fällt in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Einer der Gründe hierfür findet sich in der Herrschaft des Fürstbischofs Karl Liechtenstein-Kastelkorn zu Olmütz. Während seines Episkopats (1664-1695) unterhielt er eine bedeutende Kapelle nebst Vokalensemble, deren Qualität bis weit über die Grenzen der kais.-bischöflichen Residenz bekannt war. Der Bischof war sich der Repräsentationskraft einer solchen Institution durchaus bewusst und wusste um die Bedeutung von Kunst und Musik. Entgegen der allgemeinen Vorstellung ist es ein Fehler zu vermuten, dass jede adlige Residenz im Besitz einer solchen Kapelle war. Dies gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn man sich vor Augen führt, dass die Prager Bischöfe nie eine solche Gruppierung ihr Eigen nennen konnten.

Der Kontakt zum Wiener Hof, der dem Erzbischof sehr wichtig war, spiegelt sich im Repertoire der Kremsier Musikkapelle wider. Zu den am stärksten vertretenen Meistern gehören Antonio Bertali, Alessandro Poglietti und Johann Heinrich Schmelzer.
Beide Höfe – Kremsier und Wien – hatten einen florierenden musikalischen Austausch. Unter Maximilian I erblühte die Wiener Kapelle, aufgrund einer gründlichen Reorganisation, erneut (1498). Dies machte sie letztendlich zu einem Zentrum der europäischen Musik. 1619 begann die Hegemonie der Italiener und des musikalischen Barock am Wiener Kaiserhof. Die Tradition der instrumentalen Kammermusik hatte unter den Hofkapellmeistern A. Bertali, seinem Nachfolger J. H. Schmelzer, Schmelzers Schüler H. I. Fr. Biber und Georg Muffat (die beiden letzten gingen nach kurzen Wiener Aufenthalten nach Salzburg) bis hin zu J. J. Fux eine glänzende Entwicklung aufzuweisen.

Auch Salzburg und Kremsier standen in engem Kontakt. Nicht zulezt durch die Anwesenheit H.I.Fr. Bibers.

Biber kam 1668 nach Kremsier und bekleidete fortan das Amt des bischöflichen Kammerdieners. Obwohl er vom Bischof nicht offiziell entlassen wurde, ging er 1670 von dort nach Salzburg. Er unterhielt weiterhin Kontakte mit Kremsier und schickte viele gedruckte und handschriftliche Kompositionen an seine frühere Wirkungsstätte. Gemeinsam mit dem Hoforganisten Georg Muffat führte Biber eine Blütezeit des Hochbarock herbei.

Heute sind die Bibliothek-Bestände des ehemaligen bischöfl. Schlosses in Kremsier wahre Schatzkammern für das Studium der böhmischen und österr.-süddeutschen Musikliteratur des 17. Jahrhunderts. Viele Hunderte Vokal- und Instrumentalwerke liegen handschriftlich und in Drucken vor und warten auf ihre Entdeckung. Unter ihnen finden sich auch jene Kostbarkeiten, die in unserem Programm Platz Einzug genommen haben….